Messkoffer aus dem 2. Weltkrieg ausgestellt

Nach der Pensionierung von Pastor Feldmann hat Josef Nacke für einige Jahre im Auftrag von Propst Schröer die Verwaltung und Pflege der Pastorat in Obermarsberg übernommen. Bei Aufräumungsarbeiten ist er auf dem Dachboden auf verschiedene Kostbarkeiten gestoßen. Er hat die Restaurierungspläne mitsamt Bildern und Rechnungen für die Nikolaikirche aus dem Jahr 1879 entdeckt. Auch die GefallenenMesskoffer2tafel aus dem 1. Weltkrieg hat er gefunden, die 1938 plötzlich aus dem Turm der Stiftskirche verschwunden war und erst jetzt durch ihn wieder aufgetaucht ist. Da auf der Tafel auch der Name des Obermarsberger Juden Max Weitzenkorn aufgeführt ist, hat vermutlich der damalige Pastor Josef Marx die Tafel in Sicherheit gebracht, bevor sie von den Nazis konfisziert werden konnte.
Ein besonderer Fund war ein Feldtornister aus dem 2. Weltkrieg. Auf dem Innenschild stand geschrieben „Dieser Messkoffer gehört dem Divisionspfarrer Kloke.“ Pater Franz Kloke ist den älteren Obermarsbergern noch bekannt. Immer wieder kam er aus seinem Kloster Knechtsteden bei Köln, wo er seinen Alterssitz verlebte, in seine Heimatstadt und nahm an großen Feiertagen und Prozessionen teil. In seiner aktiven Zeit war er Lehrer für Mathematik und Erdkunde an der Hausschule seines Ordens. Als Volksmissionar wirkte er aber auch in vielen Gegenden der Bundesrepublik. Er übergab damals seinem Neffen Hermann Kloke diesen Koffer, der ihn dann dem damaligen Pastor Walter Lüke zur Aufbewahrung überließ.