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Modernisierung im Museum der Stadt Marsberg

 

Foto: Detlev Steinhoff, Sigurd Born, Reinhard Wehmeier und Friedhelm Bracht (von links)

Auch im Jahre 2020 hat der Förderverein Historisches Obermarsberg wieder viel in die Neuausrichtung des Museums investiert. So wurden die 2000 Euro, die der Verein über den Heimatscheck erhalten hat, für den Raum der Frühgeschichte zu Karl dem Großen mit neuer Digitaltechnik ausgestattet. Ein neuer Beamer wurde von dem Geld angeschafft. Hier besteht jetzt die Möglichkeit, im Bereich der Dokumentation und der multimedialen Vermittlung über ein Touchscreengerät den Beamer anzusteuern, um so die Frühgeschichte Marsbergs sowie die Geschichte  Karls des Großen anhand von Bildern, Karten seiner Feldzüge sowie Filmen den Besuchern und Schülern noch anschaulicher darzubringen. Dieses ist vor allem wichtig, da ja das Museum auch außerschulischer Lernort ist und mit allen Schulen Marsbergs einen Kooperationsvertrag hat. Über einen Mini-PC sind die Verantwortlichen in der Lage, ständig Verbesserungen und Erweiterungen vorzunehmen. Das ganze wird auf einer zwei mal zwei Meter großen funkgesteuerten Leinwand dargestellt. Diese Leinwand wurde von Sigurd Born, dem Großneffen von Karl Friedrich Hein, und Reinhard Wehmeier gesponsert. Denn erst durch eine gute Leinwand ist das  Gesamtpaket komplett. Sow wird der Standard  des Museums  immer weiter entwickelt. Durch die Mitarbeiter des Museumsteams wurde die Anlage unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen installiert. Herr Born und Herr Wehmeier leben beide in Hamburg und sind mit dem Förderverein und dem Museum stark verbunden. Sigurd Born ist auch Mitglied im Vorstand des Fördervereins. Und so stehen beide der Weiterentwicklung des Vereins  und des Museums sehr aufgeschlossen gegenüber und haben den Verein und das Museum der Stadt Marsberg nicht das erste Mal mit einer Spende unterstützt.

aus: https://www.diemelbote.de/news/1/626813/nachrichten/modernisierung-im-museum-der-stadt-marsberg.html

 

Museum der Stadt Marsberg ausgezeichnet

Museum der Stadt Marsberg ausgezeichnet

Ins ganz Deutschland stehen kleinere Museen vor großen Herausforderungen, die sie aus eigener Kraft meist nicht bewältigen können. Besonders im ländlichen Raum führen der demografische Wandel, unklare Sammlungsprofile, fehlende Depots und nicht mehr zeitgemäße Präsentations-formen zu einem Bedeutungsschwund dieser Museen. Der Westfälische Heimatbund (WHB), das LWL Museumsamt für Westfalen und die Museumslandschaft Hochsauerlandkreis möchten die Vernetzung, Neuausrichtung und Qualifizierung kleinerer Museen im Hochsauerlandkreis fördern.

In dem Zusammenhang haben die Kooperationspartner einen Wettbewerb ausgeschrieben, in dem aus der Gesamtheit der 48 kleinen Museen in der Museumslandschaft des Hochsauerlandkreises eine wissenschaftliche Jury aus dem universitären, musealen und kulturellen Bereich zwei Häuser ausgewählt hat. Dies erfolgte auf der Grundlage einer vom jeweiligen Museumsleiter verfassten Expertise und einer Präsentation des jeweiligen Museums. Das „Museum der Stadt Marsberg“ ist eine der beiden ausgesuchten Einrichtungen. Mit der Auszeichnung ist eine Unterstützung des Museums bei seiner Neuausrichtung im Jahr 2021 verbunden. Konkret beinhaltet dies eine inten-sive Schulung des Museumsteams in zehn wichtigen Handlungsfeldern. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Kooperationspartner werden die Museumsmitarbeiter beispielsweise bei der Neuausrichtung des Museum mit einem Grobkonzept unterstützen.

GeoPfad

Der Geopfad „Historie, Landschaft und Kupferbergbau“ in Marsberg/Obermarsberg.

Marsberg ist die an Alter und Geschichte ehrwürdigste Stadt unserer Heimat.“

Das schrieb Josef Rüther 1956 in der Heimatgeschichte des Land-kreises Brilon.

Anlass für diese Aussage sind der Nachweis der Besiedlung durch die Menschen der „Glockenbecherkultur“ vor ca. 4000 Jahren, die Existenz der sächsischen Großfestung „Eresburg“ mit dem Nationalheiligtum Irminsul, der Kupferbergbau und die Verhüttung bereits seit dem 6. Jahrhundert sowie die Eroberung der Eresburg durch Karl den Großen in den Jahren 772-775 n. Chr..

Unmittelbar danach erfolgte der erste Kirchenbau im Sachsenland auf dem Eresberg. Die Gründung der Benediktinerabtei im Jahr 785 sowie die Verleihung der Markt-, Münz- und Zollrechte an das in der Tallage liegende „Horhusen“ um das Jahr 900 n. Chr. zeugen von der besonderen Bedeutung der Region bereits in dieser Zeit.

All diese Entwicklungen basieren auf fünf naturräumlichen Voraussetzungen:

  1. auf der exponierten Lage der Oberstadt auf dem allseits steil abfallenden Bergplateau des Eresberges, welches die Anlage einer geschützten und befestigten Siedlung stark vereinfachte.
  2. auf der ca. 40m starken Zechsteinauflage, welche als Wasserspeicher und als idealer Untergrund für die Bodenbildung zu einer ertragreichen landwirtschaftlichen Nutzung führte. Gleichzeitig bot der gut gebankte Zechstein einen idealen und beständigen Baustoff zur Errichtung der herausragenden sakralen Bauten, der Befestigungsanlagen und für die Fundamente und Keller der Wohnhäuser
  3. auf den unter dem Zechstein liegenden wasserundurchlässigen Schichten des unterkarbonischen Schiefers als wasserstauender Horizont und Voraussetzung für die zahlreichen Quellaustritte, welche in Zeiten nicht allzu großer Besiedlung den Wasserbedarf deckten und damit die Wasserversorgung, unabhängig vom Tal, sicherstellen konnte. Gleichzeitig ermöglichten sie die Anlage von Zisternen.
  4. auf das an eine Kluft gebundene Vorkommen von reichen oxydischen Kupfererzen, welches im Bereich des südlichen Eresberges oberflächennah anstand und relativ leicht gewonnen und verhüttet werden konnte. Im 6.- 9. Jahrhundert war dies die einzige nennenswerte Kupferlagerstätte Mitteleuropas und damit die günstigste Voraussetzung für den blühenden Handel und den damit verbundenen Wohlstand.
  5. auf der Lage an der wichtigen Fernstraße Frankfurt-Lübeck und dem Übergang über Glinde und Diemel als Voraussetzung für die Gründung Horhusens.

Mit der Stadtgründung von Obermarsberg ca. 1220 begann die dominierende Phase der „Oberstadt“, welche sich durch das zielgerichtete Handeln des Magistrats sowie der Zünfte festigte.

Machtpolitische Interessen des Erzbistums Köln führten in der Folge zum Ausbau der Festung Obermarsberg.

 

 

Der „Geopfad“ erläutert mit insgesamt 13 Stationen diese Gegebenheiten, um die Gesamtentwicklung anhand noch sichtbarer Zeugnisse verständlich und die Beispiele der Landschaftsgeschichte sowie des bedeutenden Kupferbergbaus „begreifbar“ zu machen.

Im Einzelnen handelt es sich um

1- das Museum der Stadt Marsberg,

2- das Rathaus,

3- die Stiftskirche,

4- den Buttenturm,

5- die Drakenhöhlen,

6- den Buttenturmsattel,

7- den Kilianstollen,

8- den Tagebau Mina,

9- den jüdischen Friedhof,

10- den Kalvarienberg,

11- die Wasserkunst,

12- die Grube Mina,

13- die Nikolaikapelle

 

 

Die Stationen erschließen einen 6,5 km langen Rundwanderweg, können aber auch einzeln aufgesucht werden.

 

 

Der Geopfad beginnt und endet am Museum der Stadt Marsberg mit Exponaten, umfangreichen Erläuterungen sowie digitalen Präsentationen zu dem gesamten Themenkomplex. Eine Schatzkammer mit liturgischen Kostbarkeiten und Paramenten sowie eine komplette Apothekeneinrichtung runden die umfangreichen Präsentationen ab.

Das ebenfalls an dem Geopfad gelegene Besucherbergwerk Kilianstollen bietet in 2-stündigen Führungen einen spannenden und farbenprächtigen Eindruck des gesamten Kupferbergbaus sowie der speziellen Mineralogie und Geologie. Eine Fahrt mit der Grubenbahn ist ein unvergessliches Erlebnis.

Bilder der einzelnen Stationen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchpräsentation von Willi Pyls

Willi Pyls und der Museumsleiter Heiner Duppelfeld

Am 29. Februar wurde im Museum der Stadt Marsberg im Rahmen einer kleinen Feierstunde ein Erinnerungsbuch des Westheimer „Urgesteins“ Willi Pyls mit dem Titel „Erinnerungen meiner Familie“ vorgestellt. Mit einer großen Anzahl an Feldpostbriefen seiner Onkel und anderer Familien-mitglieder mütterlicherseits möchte er an die tragischen Ereignisse rund um den Zeiten Weltkrieg erinnern. So überlebten nur 2 von 5 seiner im Kriegseinsatz befindlichen Onkel. Auch Willi Pyls eigene Erinnerungen werden in dem Buch präsentiert.

Dass die Beschäftigung mit der Familiengeschichte, mit Geschichte überhaupt von außer-ordentlicher Bedeutung ist, wird in einem Zitat des irisch/ britischen Schriftstellers, Staats-philosophen und Politikers Edmund Burke deutlich: „Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken, werden auch nicht an ihre Nachwelt denken.“ Man kann auch sagen, dass sie den nachfolgenden Generationen wichtige Informationen, Lebenserfahrungen vorenthalten. Jungen Menschen der nächsten Generation etwas über die Vergangenheit, auch der eigenen Familie zu erzählen, ist ein Akt der Hoffnung für die Zukunft.

 

 

Willi Pyls berichtet tief bewegt vom Schicksal seiner Onkel

 

 

 

 

                                                           Anschließende Feier im Museumscafé