steinhoff

Geschichte des Museums der Stadt Marsberg

Nach Hinweisen von Bernd Follmann kann ein genaues Datum für die Gründung des Heimatmuseums nicht geliefert werden. Es scheint vielmehr ein Entwicklungsprozess gewesen zu sein .

Johannes Bödger schreibt in seinem Buch ‚Marsberg 91’ auf S. 80, dass der sich vielfach um die Marsberger Geschichte verdient gemachte Propst Ludwig Hagemann Initiator und Gründungsvorsitzender des Marsberger Heimatbundes war. Aktivitäten wie Vorträge und Lichtbildervorträge deuten auf die Gründung im Jahre 1928 hin. In diesem Jahr wurde nach Bödger auch der Grundstein zum Heimatmuseum unserer Stadt gelegt.

In der Pfarrchronik St. Magnus ist für 1932 zu lesen: Bis zum 1. Juli 1932 hatte der Sattlermeister Fritz Runte von der Kirchengemeinde das sog. ‚Eichmannsche Haus’ (Propstei gegenüber) gemietet. …………. der frühere Laden wurde zu einem Vereinssaal und zum Museum eingerichtet.

Im Testament von Hagemann mit dem Datum 10. Februar 1933 steht: Der katholischen Propsteigemeinde in Niedermarsberg vermache ich das Heimatmuseum und sämtliche Antiquitäten, die sich in der Propstei befinden. Im Diemeltalboten vom 11. April 1936 heißt es: Bürgermeister Brümmer führt aus: Das Heimatmuseum war sein (d. h. Hagemanns) Werk. Weiter wird im Diemeltalboten vom 17. Oktober 1936 ausgeführt: In Niedermarsberg hat man schon vor mehreren Jahren begonnen, ein Heimatmuseum einzurichten. Es ist noch ein Museum im Entstehen.

In derselben Zeitung definiert Propst Hagemann ganz klar das Ziel der Heimatkunde und des Heimatmuseums: Die Menschen sollen mit allen Erscheinungen ihrer heimatlichen Umgebung vertraut gemacht werden, so dass sie diese in ihrer Eigenart erkennen und im großen Zusammenhang der Zeit und des Raumes verstehen. Als eine ebenso wichtige Aufgabe des Museums sieht er es an, die beweglichen Denkmäler aus allen Lebensgebieten der Heimat im Museum unterzubringen und zu bewahren, um sie auf diese Weise vor Schädigung, Zerstörung und Verschleppung zu beschützen. Ein Museum ist seiner Meinung nach eine Volksbildungsstätte , in der alles, aber auch nur das wiederum, was der Aufbewahrung wert ist, was der Erhaltung würdig ist, was für Heimat und Heimatkunde Bedeutung hat, aufbewahrt wird.

Propst Hagemann hat wahrscheinlich Josef Hammerschmidt beauftragt, die Pflege des Heimatmuseums zu übernehmen. Das Museum war zunächst in der Propstei untergebracht, dann jedoch musste in der Zeit des 2. Weltkriegs wegen Flüchtlingsproblemen der Raum geräumt werden und die Museumssachen wurden im Gebäude der Stadt untergebracht.

Eröffnung des Heimatmuseums am 4. Juni 1983

Im Jahre 1982 bat die Stadt Marsberg den Leiter des Sauerlandmuseums in Arnsberg Dr. Rehermann, das Museum wieder in Gang zu bringen. Der ließ vom Dachboden, dem Keller und anderen Räumen der Stadtverwaltung Exponate, Unterlagen, Bücher und Bilder in die ehemalige Wohnung des Sparkassenleiters im Gebäude der alten Sparkasse zusammentragen, sortierte, ordnete und inventarisierte die Materialien und legte damit eine neue Grundlage für die Museumsarbeit. Zum Museumsleiter wurde der Pensionär und ehemalige Oberstleutnant i. R. Wolfgang Wamers ernannt. Die feierliche Eröffnung geschah dann am 4. Juni 1983.

Wolfgang Wamers leitete das Museum bis 1992. Mit äußerster Akribie pflegte er die Einrichtung. Im Jahre 1985 wurde das 50-jährige Bestehen des Heimatmuseums gefeiert. Wamers ging persönlich in die Ortschaften Marsbergs und bat um Exponate und Unterlagen. Die Bereitschaft war groß und so konnte er in der Hauptschule eine Ausstellung durchführen unter dem Thema: Fahnen – Uniformen – Dokumente. Mit dieser Ausstellung, und das ist das Verdienst von Wolfgang Wamers, wurde das Museum wieder in die Öffentlichkeit gerückt und von der Bevölkerung wahrgenommen.

Johannes Bödger war Museumsleiter von 1990 bis zu seinem Tode im Jahre 2007. Durch seine vielfachen Beziehungen konnte er die Museumssammlung beträchtlich erweitern. Hinzu kam, dass er sämtliche Unterlagen aus dem Bereich Marsberg, Dokumente, Ereignisse, Gegebenheiten, Informationen, Zeitungsausschnitte erfasste und diese in Ordnern sammelte. Auf diese Weise wurden von ihm an die 600 Ordner angelegt.

Mütter des Grundgesetzes

Zur Sonderausstellung Mütter des Grundgesetzes lud das Museum der Stadt Marsberg in Zusammenarbeit mit der SPD Hochsauerland ein.

Die Sonderausstellung war vom 04.10. Oktober bis zum 16. November 2019 im Museum zu sehen. Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ – mit der klaren Formulierung des Artikels 3 Absatz 2 hat das Grundgesetz 1949 Maßstäbe gesetzt. Im Parlamentarischen Rat, der dieses Grundgesetz vorbereitet und beschlossen hat, waren – 30 Jahre nach Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen in Deutschland – nur vier Frauen vertreten, Helene Weber, Elisabeth Selbert, Frieda Nadig und Helene Wessel. Ohne ihr Engagement hätte es Artikel 3 in dieser Form nicht gegeben! Über die „Mütter des Grundgesetzes“ informierte diese Ausstellung.

Tagung der Ortsheimatpfleger

Treffen der Ortsheimatpfleger des HSK.

Am 16.11. 2019 trafen sich 60 Ortsheimatpfleger zu einer Tagung in den Räumen des Museums. Sie wurden u.a. von Dr Silke Eilers, der Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes Münster, über Wege durch den Förderdschungel informiert. Dabei erklärt sie den Anwesenden, wie sie für ihre  Projekten  Zuschüsse beantragen können und an welche Stellen sie sich dabei wenden können.

Herr Duppelfeld, der Leiter unseres Museum, informierte danach über die Sonderausstellung zum Grundgesetz der Bundesrepublik, die zur Zeit in Marsberg zu sehen ist. Er wies auch darauf hin, dass im neuen Jahr zwei weitere Sonderausstellungen zu sehen sein werden: zunächst die Ausstellung „30 Jahre Wiedervereinigung“ und danach „Ötzi – der Mann aus dem Eis“.

Nachmittags wurden die Teilnehmer der Tagung in Gruppen durch das Museum und zu historischen Stätten in Obermarsberg geführt.

Irish Folk & Modern Folk im Museum

Am  13. Sept. 2019 begeisterte in der Aula des Museums der Stadt Marsberg ein Folk Konzert der Gruppe ” Tone Fish” über 100 Zuhörer.

Die Band hat seit der Gründung 2014 rund 300 Konzerte in ganz Deutschland in den Beinen und bereits vier CDs auf herausgebracht. Das nennt man wohl Dynamik. Live infiziert Tone Fish das Publikum mit ihrer Spielfreude und einem ganz eigenen Sound. Stillhalten war gestern. Es gibt viel Tempo, aber auch einfühlsame Balladen.
Irische Musik klingt bei Tone Fish verblüffend anders und die eigenen Songs öffnen eine neue musikalische Schublade – folkig, keltisch, rockig, metallisch. Prägend sind der mehrstimmige Gesang und vor allem die einzigartige Stimme von Michaela Jeretkzy, deren Mezzo-Sopran das Publikum regelmäßig verzaubert. Jochen Siepmann gibt der Band den unverwechselbaren Beat, der an vorbeirauschende Züge erinnert. Jonas Peters am Bass gibt auch mal den Headbanger und Bandgründer Stefan Gliwitzki führt augenzwinkernd und humoresk durch das Programm. Es passiert immer viel und gleichzeitig – Augen und Ohren werden gefordert. Wo Tone Fish spielt, bleibt es selten bei einem Mal.
Keine Irish Night, wie jede andere
Iren sind sie nicht. Doch in einer romantischen Landschaft, wo jeder Berg und jeder Fluss hat seine eigene Sage hat, sind die Musiker von Tone Fish auch aufgewachsen: Die Band kommt aus der Rattenfängerstadt Hameln. Vielleicht macht genau das den Erfolg der irischen Nächte der Hamelner Folkband Tone Fish aus. Wie sehr erfahrene Reiseführer nehmen Sie ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise in das Land der grünen Wiesen, Mythen und Pubs mit Irish-Flutes, Bouzouki, Gitarre, Akkordeon und Cajon/Snare.
Mal feinfühlig, mal kräftig, mit männlichem und weiblichem Gesang in perfekter Mehrstimmigkeit, sorgt die Band für ein Wechselbad der Gefühle zwischen Irlandromantik und Pub Stimmung. Die Reaktionen des Publikums reichen von inbrünstigem Mitsingen, Tanzen, tränenreicher Ergriffenheit bis rotwangiger Begeisterung.  Die Band kennt die Erwartungen eines deutschen Irish Night Publikums genau. Pub-Hits wie “Drunken Sailor” oder “Whiskey in the Jar” fehlen ebenso wenig wie von Heimweh durchtränkte Auswanderersongs. Dramaturgisch geschickt platzierte Welthits von Sting, Metallica oder Mark Knopfler im irischen Gewand runden das stimmungsvolle Programm ab.
Zitate:„Tone Fish zählen ab sofort zu den besten, nein besser: zu den schönsten ihrer Zunft“. (amusio) „Musik, die tief berührt.“ (Schaumburger Nachrichten)

Bergbaulicher Wanderweg in Obermarsberg

Obermarsberg ist mit seinen Kirchen und Türmen das historische Zentrum der Stadt Marsberg. Ca. 8000 Besucher jährlich finden den Weg auf den Berg, um die einzigartigen Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Das Heimatmuseum der Stadt Marsberg verzeichnet seit der Eröffnung im Jahr 2014 ca. 10 000 Besucher. Aber auch die Zeugnisse der Landschaftsgeschichte und des Kupferbergbaus verdienen es besonders hervorgehoben zu werden. So war die Kupferlagerstätte Marsberg die drittgrößte Mitteleuropas mit einem Gesamtertrag an Kupfer und Silber von 2,35 Milliarden Euro.
Der Förderverein Historisches Obermarsberg e.V. möchte nun die beeindruckenden Zeugnisse der bewegten Geschichte in Form eines Wanderweges den Bewohnern unserer Stadt und dem Tourismus erschließen. Dazu sind 12 Stationen mit Informationstafeln vorgesehen.
Im Einzelnen handelt es sich um folgende Stationen:

1. Heimatmuseum (Beschreibung des Museums)
2. Schandpfahl (Rechtsgeschichte)
3. Stiftskirche (Zeugnis des Machtanspruchs Karls des Großen, Kulturhistorie und Herkunft des Baumaterials)
4. Buttenturm (Darstellung der Festung Obermarsberg)
5. Drakenhöhle (Geologie und Geschichte)
6. Hagenkurve (Beeindruckendes Beispiel der Variskischen Faltung direkt am Europäischen Fernwanderweg X1))
7. Tagebau Mina (Geologie und Bergbau)
8. Jüdischer Friedhof (Kulturhistorische Bedeutung)
9. Calvarienberg (Geologischer Tripelpunkt dreier Großlandschaften und Kulturhistorie einer Sühnekapelle, Rechtsgeschichte)
10. Bergbau unter Obermarsberg
(Geologie und Bergbau) Parkplatz der Gaststätte „Steggers“
11. Nikolaikirche (Gründung durch Horhuser Berg und Kaufleute, Kulturhistorische Bedeutung als Sitz des Archidiakons, bedeutendes Beispiel eines frühgotischen Übergangsstils)

Die Informationstafeln sollen analog den Tafeln des „Geoparks GrenzWelten“ sowie der „Giershagener Bergbauspuren“ gestaltet werden.
Es werden jedoch keine Naturstein- Stelen als tragendes Element verwendet sondern kostengünstige Sichtbeton- Stelen, die ich in einer Wiederaufbereitungsanlage in Volkmarsen gefunden habe und günstig erwerben konnte.
Die Stadt Marsberg hat den Transport nach Marsberg bereits durchgeführt und hilft bei der Aufstellung der mehr als 1000 kg schweren Stelen.

Engelskopf aufwendig restauriert

Heimatmuseum Marsberg erhält weiteres Stück Geschichte aus 17. Jahrhundert

Obermarsberg. Neben Kar! dem Großen und dem heiligen Liborius, beide Statuen kommen aus der barocken Künstlerwerkstatt Papen aus Giershagen, ist jetzt eine weitere Kostbarkeit. Museumsleiter Hermann Runte konnte ehrfürchtig den wertvollen Neuzugang in der Schatzkammer des Heimatmuseums der Stadt Marsberg in der ehemaligen Grundschule in Obermarsberg präsentieren. Einen Engelskopf aus dem 17. Jahrhundert; geschaffen von der Künstlerfamilie Heinrich und Christophel Papen für die alte Pfarrkirche in Westheim, übergab jetzt Gisela Freifrau von Twickel aus der Eigentümerfamilie im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Sponsoren an das Heimatmuseum der Stadt. Hier weiterlesen