Bilanz des Heimatmuseums für das Jahr 2016

7BildRotary-Club stiftete prächtige Kleidung Karls des Großen

Dieses Jahr hat uns auf der ganzen Linie Freude bereitet, so das Fazit des Museumsteams der Stadt Marsberg in Obermarsberg. Lagen die Besucherzahlen in den Jahren 2014/15 schon immer bei erfreulichen Zahlen um die 2000, so ist in diesem Jahr eine deutliche Zunahme auf gut über 2000 zu verzeichnen. Auch hinsichtlich der Exponate ist eine Bereicherung anzumerken.
Ein Kleinod ist der Betstuhl, der sowohl der Medition als auch dem innigen Gebet dient.
Museumsleiter Hermann Runte hob hervor, dass nun Personen, die für die Marsberger Geschichte bedeutsam oder typisch waren, im Museum dargestellt sind.
Noch unter der Präsidenschaft von Jürgen Jesper wurde dem Heimatmuseum eine großzügige Spende durch den Rotary-Club gemacht, so dass Karl der Große mit einer entsprechend prachtvollen Kleidung ausgestattet werden konnte. Karl der Große spielte eine bedeutende Rolle für die Eresburg, für Obermarsberg und für den Marsberger Raum. Er war der Erste, der die Eresburg aus dem Dunkel der Geschichte hervorhob, die Missionierung unserer Heimat voranbrachte, die wirtschaftliche Bedeutung mit dem wertvollen Kupfervorkommen des Marsberger Raumes erkannte und Grundlagen für die Entwicklung eines wichtigen Handelsortes und einer Stadt legte. Insgesamt neunmal war er auf der Eresburg als König und um 784/85 sogar gut ein halbes Jahr mit seiner Familie, seiner Gemahlin Fastrada und dem siebenjährigen Sohn Ludwig, der später als Karls Nachfolger unter dem Namen Ludwig der Fromme bekannt wurde.
Ebenso stolz ist das Museum seit Neuestem auf einen Benediktinermönch, der mit einem echten Mönchshabit bekleidet ist und auf die tausendjährige Geschichte des Benediktinerstifts in Obermarsberg hinweist. Es war mitbestimmend über die Jahrhunderte hinweg für die geistige Entwicklung der Stadt und zeigte sich gleichzeitig zuständig und verantwortlich für die geistliche Betreuung der Stadtgemeinde. Die Gründung des Klosters ist umstritten. Historiker führen sie auf Karl den Großen zurück. In der heutigen Zeit hält man aber auch eine Gründung des Stiftes als Propstei nach der Schenkung des Berges mit seinen Einnahmen durch Ludwig den Frommen an das Kloster Corvey im Jahre 826 für möglich.
Der Ritter Adam von Aspe in seiner Ritterrüstung macht deutlich, dass sich begüterte Herren und Adelige schon immer für das Stift und die Kirchen im Raum Marsberg verantwortlich fühlten.
Nicht zuletzt muss noch eine Person des Museums erwähnt werden, die für die Sicherheit der Stadt bei Nacht sorgte, der Nachtwächter. Das Team des Heimatmuseums freut sich, dass der Großenkel des letzten Nachtwächters, nämlich Friedhelm Bracht, sich hat fotografieren lassen und nun in Lebensgröße einen typischen und verantwortungsvollen Beruf der Stadtgeschichte darstellt