Engelskopf aufwendig restauriert

Heimatmuseum Marsberg erhält weiteres Stück Geschichte aus 17. Jahrhundert

Obermarsberg. Neben Kar! dem Großen und dem heiligen Liborius, beide Statuen kommen aus der barocken Künstlerwerkstatt Papen aus Giershagen, ist jetzt eine weitere Kostbarkeit. Museumsleiter Hermann Runte konnte ehrfürchtig den wertvollen Neuzugang in der Schatzkammer des Heimatmuseums der Stadt Marsberg in der ehemaligen Grundschule in Obermarsberg präsentieren. Einen Engelskopf aus dem 17. Jahrhundert; geschaffen von der Künstlerfamilie Heinrich und Christophel Papen für die alte Pfarrkirche in Westheim, übergab jetzt Gisela Freifrau von Twickel aus der Eigentümerfamilie im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Sponsoren an das Heimatmuseum der Stadt.

Arbeiten unter dem Mikroskop

Restauriert wurde der Engelskopf in mühseliger Kleinarbeit in der Restauratorenwerkstatt Sina und Chris Theile. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Engel mehrfach übermalt. Das Inkarnat des Engelsgesichts hat Sina Theile unter dem Mikroskop mechanisch auf die ursprüngliche Barockfassung um 1700 freigelegt. Flügel und Haare erhielten eine Neufassung, die auf die zuvor dokumentierte, ursprüngliche Farbigkeit aus dem Barock beruht. Einige IFehlstellen bis auf den Holzträger wurden nicht ergänzt. So bleiben Spuren der Vergangenheit sichtbar. Die hat der barocke Engel nach seiner Zeit in der alten Pfarrkirche in Westheim im Keller des Schlosses von Twickel verbracht, gemeinsam mit anderen  fachgerecht eingelagerten Kostbarkeiten der Barockzeit. 1894 beschlossen Kirchenvorstand und Gemeindevertretung den Bau einer neuen Kirche, die heute etwa 100 Meter östlich der alten auf dem Friedhof ihren Platz hat.

 Großzügige Spenden

An der Stelle der alten Kirche steht heute ein Erinnerungsstein. Wie Museumsleiter Runte die Gäste in einem kleinen Exkurs in die Vergangenheit wissen ließ, wollte der damalige Patronatsherr und großzügige Spender der neuen Kirche, Hermann Graf zu Stolberg-Stolberg, Ururgroßvater des heutigen Eigentümers des Gutes und der Brauerei Westheim, Moritz Freiherr von Twickel, zunächst wenigstensden alten Turm erhalten wissen. Doch er konnte die Gemeinde wohl nicht dafür begeistern. Sokaufte Graf zu Stolberg die alte Kirche zum Abriss. Aus den Steinen wurde die Schlossmauer um seinen Besitz, dem jetzigen Grundstück von Twickel, gebaut. Der Altar aus der Barockwerkstatt Papen wurde- teilweise in das Innere des Schlosses eingebaut. Die Restaurierung des Engelfragments kostete 3000 Euro. Möglichwurde sie durch den Förderverein Dorfgemeinschaft “Unser Westheim” mit seinem Vorsitzenden und Ortsbürgermeister Franz-Iosef Weiffen, einer Spende von 1500 Euro von der Stiftung der Sparkasse Paderbom-Detmold für die Stadt Marsberg und einiger privater Spender. ad