Der Geopfad „Historie, Landschaft und Kupferbergbau“ in Marsberg/Obermarsberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marsberg ist die an Alter und Geschichte ehrwürdigste Stadt unserer Heimat.“

Das schrieb Josef Rüther 1956 in der Heimatgeschichte des Land-kreises Brilon.

Anlass für diese Aussage sind der Nachweis der Besiedlung durch die Menschen der „Glockenbecherkultur“ vor ca. 4000 Jahren, die Existenz der sächsischen Großfestung „Eresburg“ mit dem Nationalheiligtum Irminsul, der Kupferbergbau und die Verhüttung bereits seit dem 6. Jahrhundert sowie die Eroberung der Eresburg durch Karl den Großen in den Jahren 772-775 n. Chr..

Unmittelbar danach erfolgte der erste Kirchenbau im Sachsenland auf dem Eresberg. Die Gründung der Benediktinerabtei im Jahr 785 sowie die Verleihung der Markt-, Münz- und Zollrechte an das in der Tallage liegende „Horhusen“ um das Jahr 900 n. Chr. zeugen von der besonderen Bedeutung der Region bereits in dieser Zeit.

All diese Entwicklungen basieren auf fünf naturräumlichen Voraussetzungen:

  1. auf der exponierten Lage der Oberstadt auf dem allseits steil abfallenden Bergplateau des Eresberges, welches die Anlage einer geschützten und befestigten Siedlung stark vereinfachte.
  2. auf der ca. 40m starken Zechsteinauflage, welche als Wasserspeicher und als idealer Untergrund für die Bodenbildung zu einer ertragreichen landwirtschaftlichen Nutzung führte. Gleichzeitig bot der gut gebankte Zechstein einen idealen und beständigen Baustoff zur Errichtung der herausragenden sakralen Bauten, der Befestigungsanlagen und für die Fundamente und Keller der Wohnhäuser
  3. auf den unter dem Zechstein liegenden wasserundurchlässigen Schichten des unterkarbonischen Schiefers als wasserstauender Horizont und Voraussetzung für die zahlreichen Quellaustritte, welche in Zeiten nicht allzu großer Besiedlung den Wasserbedarf deckten und damit die Wasserversorgung, unabhängig vom Tal, sicherstellen konnte. Gleichzeitig ermöglichten sie die Anlage von Zisternen.
  4. auf das an eine Kluft gebundene Vorkommen von reichen oxydischen Kupfererzen, welches im Bereich des südlichen Eresberges oberflächennah anstand und relativ leicht gewonnen und verhüttet werden konnte. Im 6.- 9. Jahrhundert war dies die einzige nennenswerte Kupferlagerstätte Mitteleuropas und damit die günstigste Voraussetzung für den blühenden Handel und den damit verbundenen Wohlstand.
  5. auf der Lage an der wichtigen Fernstraße Frankfurt-Lübeck und dem Übergang über Glinde und Diemel als Voraussetzung für die Gründung Horhusens.

Mit der Stadtgründung von Obermarsberg ca. 1220 begann die dominierende Phase der „Oberstadt“, welche sich durch das zielgerichtete Handeln des Magistrats sowie der Zünfte festigte.

Machtpolitische Interessen des Erzbistums Köln führten in der Folge zum Ausbau der Festung Obermarsberg.

 

 

Der „Geopfad“ erläutert mit insgesamt 13 Stationen diese Gegebenheiten, um die Gesamtentwicklung anhand noch sichtbarer Zeugnisse verständlich und die Beispiele der Landschaftsgeschichte sowie des bedeutenden Kupferbergbaus „begreifbar“ zu machen.

Im Einzelnen handelt es sich um

1- das Museum der Stadt Marsberg,

2- das Rathaus,

3- die Stiftskirche,

4- den Buttenturm,

5- die Drakenhöhlen,

6- den Buttenturmsattel,

7- den Kilianstollen,

8- den Tagebau Mina,

9- den jüdischen Friedhof,

10- den Kalvarienberg,

11- die Wasserkunst,

12- die Grube Mina,

13- die Nikolaikapelle

 

 

Die Stationen erschließen einen 6,5 km langen Rundwanderweg, können aber auch einzeln aufgesucht werden.

 

 

Der Geopfad beginnt und endet am Museum der Stadt Marsberg mit Exponaten, umfangreichen Erläuterungen sowie digitalen Präsentationen zu dem gesamten Themenkomplex. Eine Schatzkammer mit liturgischen Kostbarkeiten und Paramenten sowie eine komplette Apothekeneinrichtung runden die umfangreichen Präsentationen ab.

Das ebenfalls an dem Geopfad gelegene Besucherbergwerk Kilianstollen bietet in 2-stündigen Führungen einen spannenden und farbenprächtigen Eindruck des gesamten Kupferbergbaus sowie der speziellen Mineralogie und Geologie. Eine Fahrt mit der Grubenbahn ist ein unvergessliches Erlebnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer den Flyer zum Geopfad herunterladen möchte, kann hier klicken.

Alle Stationen auf einen Blick in einem pdf-Dokument gibt es hier.