Heimatmuseum hat jetzt einen Nachtwächter

Nun hat auch der Nachtwächter im Heimatmuseum der Stadt Marsberg in Obermarsberg seinen Platz gefunden.

 

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Freuen sich über den Zuwachs: Detlev Steinhoff, Friedhelm Bracht, Franz Sprenger, Martin Halsband und Hermann Runte

Heimatmuseum hat jetzt einen Nachtwächter
Nun hat auch der Nachtwächter im Heimatmuseum der Stadt Marsberg seinen Platz gefunden. Über Jahrhunderte hatte er für Sicherheit auch in der Stadt Obermarsberg gesorgt.
Die große Sorge der Bürger bestand im Mittelalter bei der dichten Bebauung darin, dass Feuer ausbrachen und durch Unterstützung ungünstiger Winde Stadtteile oder ganze Städte in Schutt und Asche versinken könnten. Propst Hagemann, Geistlicher in Marsberg +1941), berichtet u. a. in seinem Buch ‚Aus Marsbergs Geschichte’, dass im Jahre 1430 fast die ganze Stadt Marsberg in Westfalen ausbrannte.

Nach einer vergeblichen Belagerung Obermarsbergs im 30-jährigen Krieg durch die Hessen unter ihrem Obersten Jacob Mercier wurde die Altenstadt in Brand gesetzt. Etwa 40 Häuser wurden ein Raub der Flammen.

Gerade in den letzten beiden Jahrhunderten wird von zahlreichen Bränden berichtet. Am Magnusfest im Jahre 1715 entstand durch Schießen in ein Strohdach ein großer Brand, dem die ganze Weist und viele Häuser in der Hauptstraße zum Opfer fielen, darunter war auch das Pfarrhaus, mit dem Kirchenbücher und Akten des Pfarrarchivs zugrunde gingen.

Eine furchtbare Feuersbrunst entstand am 9. August 1818. Sie fing am Marktplatz an und zerstörte 12 Häuser. In den Flammen fanden 3 Menschen den Tod. Bei einem gewaltigen Brand im Jahre 1865 wurden fast 60 Wohnhäuser vernichtet. Dabei sah man sogar in Brakel Rauch aufsteigen, vermutete den Brand in der Nähe und zog die Feuerglocke. Erst danach erfuhr man von der Katastrophe in Marsberg.
Die Nachtwächter hatten aber auch darauf zu achten, dass das Hab und Gut der Bürger vor Dieben geschützt wurde, die Stadttore verschlossen waren und vor nahenden Feinden gewarnt wurde.
Mit der Hellebarde und mit Unterstützung seines Hundes Pull führte der letzte Nachwächter der Oberstadt, Franz Bracht, ab 1918 Randalierer und Trunkenbolde in die Ausnüchterungszelle des Spritzenhauses. Die Großenkel Franz Sprenger und Friedhelm Bracht haben die alte Tradition wieder aufleben lassen. Die Nachtwächter haben sich in der Nachtwächterzunft zusammengeschlossen und singen das Stundenlied am Sturmiustag und zu Ehren der Schutzpatrone der Stadt an Peter und Paul.
Friedhelm Bracht hat sich in der Nachtwächterkleidung zur Verfügung gestellt, wurde fotografiert und von der Fa. Mühlenbein in Lebensgröße gestaltet.
Insbesondere bei Kinderführungen können nun Aussehen, Ausrüstung und Aufgaben eines Nachtwächters sehr lebendig und anschaulich dargestellt werden.