Spätbronzezeitliches Tüllenbeil im Heimatmuseum Obermarsberg

Seit Februar 2017 befindet sich ein spätbronzezeitliches Tüllenbeil im Heimatmuseum der Stadt Marsberg in Obermarsberg.

Freude über das Tüllenbeil - v.l. Hermnn Runte, Bernd Reineke, Heiner Duppelfeld, Hannelore Jürgens übergab das Beil, Detlev Steinhoff, Ralf Menne vermittelte den Kontakt zur LWL-Archäologie - Bild von Annette Dülme, WP

Freude über das Tüllenbeil – v.l. Hermnn Runte, Bernd Reineke, Heiner Duppelfeld, Hannelore Jürgens übergab das Beil, Detlev Steinhoff, Ralf Menne vermittelte den Kontakt zur LWL-Archäologie – Bild von Annette Dülme, WP

Finder: Heinz Jürgens aus Petersborn – Er fand das Tüllenbeil am 16. November 2002 im Rahmen einer Exkursion der’Geologie AG für das östliche Sauerland’.

Die Witwe des Finders, Frau Hanne Jürgens, übergab am Donnerstag, d. 16. Februar 2017, das Tüllenbeil dem Heimatmuseum der Stadt Marsberg in Obermarsberg. Das Team des Heimatmuseums ist Frau Jürgens sehr dankbar für dieses Fundstück ihres Mannes.

Fundort: Ein Acker zwischen Giershagen und Borntosten. Nordwestlich der Fundstelle sind auf der Hochfläche 17 Grabhügel erhalten, die bronzezeitlich sein könnten.

17TüllbeilBeschreibung des Tüllenbeils: Das Beil besteht aus einer Kupferlegierung. Es ist 9,2 cm lang, die

Tüllenmundwulst

Tüllenmundwulst

Schneide ist 4,7 cm breit. Die Tülle mit quadratischer Mundöffnung hat außen einen Durchmesser von 3,3 cm. Der Tüllenmund ist wulstig, rundlich ausbauchend. Das 172 g schwere Stück weist eine dunkelgrüne, glänzende Patina auf. An der Schneide und im Tüllenbereich finden sich Abplatzungen. Die Schneide ist antik leicht beschädigt. Unterhalb des Tüllenmundwulstes befindet sich eine D-förmige kleine Öse.

Bei der Reinigung des Fundes hat Heinz Jürgens neben Erdresten auch schwarze Rückstände im Tüllenmund gefunden. Bei diesen Rückständen dürfte es sich um Birkenteer, dem Kleber der Bronzezeit, gehandelt haben. Das lässt die Vermutung zu, dass das Tüllenbeil in geschafteter Form in den Boden gelangt ist, da Tülle und Schaft von den Handwerkern der Bronzezeit/Eisenzeit mit Birkenteer und Schnüren miteinander verbunden und verklebt wurden . Das Anbringen von Ösen verfolgte den Zweck, die Befestigung am Schaft zu verbessern.

Zeitliche Einordnung: Das Tüllenbeil lässt sich in die späte Bronzezeit (1300 – 800 v. Chr.) datieren. Es ist also rund 3000 Jahre alt.

Frage der Funktion: Aufgrund der einfachen und praktischen Form könnte das Tüllenbeil für ein Arbeitsbeil gehalten werden. Auch die Beschädigungen an der Schneide könnten auf einen Gebrauchsgegenstand verweisen. Die stark verkleinerte Öse wiederum könnte gegen eine Nutzung als Werkzeug sprechen. Sie  könnte  eventuell ein Hinweis auf eine Grabbeigabe sein. Weitere Funde werden neue Erkenntnisse bringen.

Diese verkürzte Ausführung ist auf der Grundlage der Fotos und Texte von Ralf Menne, Bleiwäsche, angefertigt worden.